Hans-Christoph Hobohm

"Desinformation und andere Informationspathologien" 

In diesem Vortrag soll ein Überblick gegeben werden über die aktuelle informationswissenschaftliche Diskussion zu negativ besetzten Informationskonzepten. Waren unter dem Sammelbegriff „Informationspathologien“ vor einiger Zeit noch vorwiegend „information overload“, „information anxiety“, „Informationsasymmetrie“, „Barrieren und Klüfte“ bzw. „Informationseingriffe“ im Fokus, so ist in letzter Zeit vor allem der Wahrheits- und Vertrauensaspekt für die Informationswissenschaft zentral geworden. Nach „Informationsarmut“ und „Informationsmüdigkeit“ begegnen uns jetzt selbst in der Alltagssprache Begrifflichkeiten wie „Informationsaggression“ und „Desinformation“. Schon vor dem Phänomen des durch Social Media „(des)informierten Bürgers“ (Schweiger 2017) wurde in der informationswissenschaftlichen Diskussion von Luciano Floridi, Don Fallis, und anderen auf die Notwendigkeit der genaueren Betrachtung (zunehmender?) Des- oder Disinformation hingewiesen und deren Konsequenzen für die informationspraktischen Bereiche der Informationsbewertung, Informationsqualität und Informationsverhaltensforschung - ja Ontologie und Informationsorganisation - thematisiert.

 

 

Dr. Hans-Christoph Hobohm ist seit 1995 Professor für Bibliothekswissenschaft am Fachbereich Informationswissenschaften; er leitet zusammen mit Prof. Dr. Rolf Däßler den Studiengang Informationswissenschaften (M.A.); seit 2006 Leiter der Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement und seit 2016 stv. Leiter der "Landesfachstelle für Archive und Öffentliche Bibliotheken Brandenburg".

 

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Herr Hans-Christoph Hobohm, Professor für Bibliothekswissenschaft an der Fachhochschule Potsdam